PCE 2016 Conference, New York City:
Integrity, Interdisciplinarity and Innovation

July 20 -24, 2016
CUNY Graduate Center / Columbia University
New York City, USA
www.nypcrc.org/pce2016

 

Paper Presentation - Robert Waldl:
Identity and Identification
- On Becoming a Person in the Age of Social Media, Biometrics and Big Data


July 21st, 2016, CUNY Graduate Center, 365 Fifth Avenue, New York, NY 10016

 

Abstract: Carl Rogers has described the conditions people need in order to develop towards self- determination and autonomy. Unfavourable social conditions can rob individuals the freedom of becoming and being as they truly are. Today the optimism which existed at the beginning of the internet age regarding digital freedom seems naive. The uncontrolled mass storage of personal data on the web is changing both the way we think and the way we act.

Societies in Europe are developing in different directions with some countries increasing the pressure to conform and restricting the freedom of expression and data control. People in such situations react very differently- they may be concerned, they may be afraid. This may result in more self-control in some while others react with greater conformity or mistrust. In such societies people feel they are constantly observed, and developmental opportunities are limited due to a loss of autonomy.

While the digitalization of all aspects of our lives is rich in potential, it contains hidden dangers as well. For many it is not clear just how much personal data they reveal in their daily lives, and the right of each individual to determine the access to - and use of their data is interpreted very differently around the world. Many national authorities and international companies exploit the lack of both technical and legal clarity to collect enormous amounts of personal data.

Data protection is a central question in the twenty-first century. Just as we once fought for the freedom of the media, a fight which still continues today, we must now formulate and defend our basic rights with regard to personal data.

Dr. Robert Waldl
www.bois.at
Schottenfeldgasse 41/20, 1070 Vienna, Austria phone: +43 664 233 27 49
E-mail: office@waldl.com

 

 

Workshop: What's on my Head?
Liget Galeria, Budapest am 7. Jänner 2016


1146-H BUDAPEST, AJTÓSI DÜRER SOR 5.

What’s on my head? ist der Name eines bekannten Spiels. Dabei wird von den Mitspielern eine fiktive Identität festgelegt und jedem Teilnehmer in Form eines Zettels an die Stirn geklebt. Die Spieler versuchen diese Spiel-Identität, die für sie selber nicht sichtbar ist, durch deduktive Fragen zu erraten.

In Robert Waldls Fotoserie What’s on my Head? klebt den Personen das eigene biometrische Passbild an der Stirn. Die Arbeiten sind von Waldl für eine Ausstellung in der Budapester Liget Galeria im Jänner 2016 angefertigt worden. Im Workshop, der vor der Ausstellungseröffnung in der Galerie stattfindet, wird diese Fotoserie erweitert. Dafür werden in der Galerie biometrische Passfotos angefertigt und den Workshop-TeilnehmerInnen auf die Stirn geklebt. Damit werden die TeilnehmerInnen dann portraitiert. Die dabei entstehenden Fotografien werden vor Ort ausgedruckt und Teil der Ausstellung.

Biometrische Passbilder werden in der EU seit 2005 für Reisepässe hergestellt. Bisher waren diese biometrischen Daten der EU-Bürger ausschließlich am Chip des Reisepasses gespeichert. Ungarn ist das erste europäische Land in dem die biometrischen Passbilder in einer zentralen Datenbank gespeichert werden sollen. Im Sommer 2015 hat die ungarische Regierung die Fertigstellung einer solchen Datenbank mit biometrischen Daten für Jänner 2016 angekündigt. Auch wenn die ungarische Regierung dieses Ziel bis zum Jänner 2016 aus technischen und zeitlichen Gründen nicht erreichen wird, so stellt dieses Projekt doch einen Meilenstein in der biometrischen Kontrolle von EU-Bürgern dar.

(aus dem Pressetext zur Ausstellung)

2016. január 7, csütörtök, 15:00–17:00 Donnerstag, 7. Jänner 2016, 15.00-17.00 Uhr

 

 

 

Podiumsdiskussion: Biometrie und Datenschutz
DEPOT, 1070 Wien am 13. Oktober
2014

Am Podium: v.l.n.r.
Robert Waldl, Initiative und Moderation
Eva Souhrada-Kirichmayer, Datenschutzbeauftragte des Europarats
Harry Buchmayr, Abg. Nationalrat, Bereichssprecher Datenschutz, SPÖ
Christoph Musik, Forschungsprojekt: Verdaten. Klassifizieren. Archivieren. ÖAW
Albert Steinhauser, Abg. Nationalrat, Justizsprecher, die Grünen
Hans G. Zeger, ARGE Daten
Martina Reuter, Begrüßung

Seit 2012 wird in Europa die Gesamtbevölkerung biometrisch-fotografisch erfasst.
Diese Daten landen auf einem Chip, der sich auf dem Reisepass befindet. Wo werden
die biometrischen Fotografien archiviert und was genau geschieht mit den Daten, was
kann mit ihnen gemacht werden? Gibt es technische Möglichkeiten und den politischen Willen,
solche höchstpersönlichen Daten wieder unter die Kontrolle der Zivilgesellschaft zu bringen?
(aus der Einladung zur Veranstaltung)

summary and audio recording: http://www.eurozine.com/timetotalk/

Vortrag von Robert Waldl über die Galerie bois,
INTER-NETART im Künstlerhaus, 1010 Wien am 19. Januar 2012

 

 

"Galerie bois war vermutlich weltweit das erste Projekt in dem regelmäßig digitale Fotokunst online
präsentiert wurde. 1992 entwickelte Robert Waldl gemeinsam mit dem Informatiker Reinhold Hörschläger
den Prototyp einer virtuellen Galerie. 1993 bis 1995 wurden kontinuierlich Präsentationen durchgeführt,
die nur über Telefonleitung und Computer zugänglich waren.

Da es zu dieser Zeit in Österreich noch nicht so viele FotokünstlerInnen gab, die bereits mit digitaler
Mitteln arbeiteten, verlieh die Galerie bois regelmäßig Computer und digitale Kameras an
FotokünstlerInnen und vermittelte Photoshop-Kurse für sie. Die Ergebnisse dieser Prozesse, wurden
im elektronischen Raum der Galerie bois präsentiert.

Technisch gesehen, war die Galerie bois zu Beginn ihrer Tätigkeit eine sogenannte Mailbox (ein Computer
der über mehrere, seriell geschaltete Telefonleitungen direkt anwählbar war). 1994 wurde die Galerie
bois mit Unterstützung von Sponsoren ins Internet transferiert.

Arbeiten von folgenden KünstlerInnen wurden in der Galerie bois präsentiert: Sabine Bitter,
Andrea Sodomka/Martin Breindl, Sigrid Kurz, Ilse Haider, Thomas Freiler, Herwig Turk, Ines Nikolavcic,
Bernhard Cella, Robert Jelinek, Michaela Moscouw, Gerda Lampalzer, Gertrude Moser-Wagner,
Robert Zahornicky, u.a.

1997 führte die Galerie bois mit Unterstützung des Bundesminsteriums für Unterricht und Kunst
und mit Hilfe von Sponsoren ein Online-Symposium zum Thema Digitalisierung der Fotografie
durch (Titel: "Forever Young").

Um den Projektcharakter der Galerie bois zu betonen wurden 1997 alle Präsentationen aus
dem Netz genommen."

(aus der Aussendung zum Vortrag)

 

 

Eine Auswahl an Arbeiten, die in der Galerie bois präsentiert wurden:

 

 

Sabine Bitter, Globus, 17.4.-6.5.1993

 
     
     

Sodomka / Breindl, Electronic Diary, Interaktive Ausstellung 12.5.-18.6.1993

 
     
     
     
     

Sigrid Kurz, Computing Photography, 10.12.1993-31.1.1994

 
     
 
     
   

Ilse Haider, Computing Photography, 10.12.1993-31.1.1994

 
     
     
     
     

 

Nachlese zur Galerie bois (1992-1995)

Ein Gespräch von Jana Wisniewksi mit Robert Waldl im Februar 2007

http://e-motion-artspace.org/speakers.htm:

"GALERIE BOIS" Präsentationen im elektronischen Raum.

J.W.: Jahrelang warst Du eines der aktiven und gefragten Mitglieder der Wiener Fotokunst-Szene, dann auf einmal kamen Anfragen an damals noch analog arbeitende FotokünstlerInnen, um Beiträge für eine Virtuelle Galerie - wie kam das?

R.W.: Im Jahr 1992 habe ich mir zum ersten Mal zeigen lassen, wie das Internet funktioniert, von einem Wissenschaftler, ich war nicht wirklich firm auf dieser sogenannten DOS Ebene. Ich war aber total fasziniert davon zu sehen, wenn er z.B. sagte, und jetzt sind wir auf einem Server in Sydney, oder da hat ein Kollege das für mich bereitgelegt, und er hat das dann heruntergeladen. Für mich war das damals das erste Mal, dass ich das Wort downloaden gehört habe. Das hat natürlich anders ausgeschaut wie heute, wo es Webbrowser gibt.

J.W.: In der Klasse Peter Weibel an der Angewandten, die du ja besucht hast, war das damals noch kein Thema?

R.W.: Also ich kann mich nicht erinnern, das war allerdings in den 80er Jahren. Ein großer Aufruhr war, als damals ein großer Mac mit einer grafischen Benutzeroberfläche gestanden ist. Als dann aber vielleicht schon Fotos auf dem Computer beheimatet waren, war ich nicht mehr an der Angewandten. Mein großes Erlebnis war bei dem Wissenschaftler, da tröpfelte etwas aus der Telefonleitung, egal ob das Text war, auch Bilder, die er aus Amerika geholt hat, Grafiken, das Zusammenspiel von Computer, Telephonie und Fotografie faszinierte mich. Das hat mich nicht mehr losgelassen und ich habe mit einem Freund von mir, dem Reinhold Hörschläger, der eine Software-Firma hat, eine Galerie kreiert, die nur über das Telefon zugänglich ist. Wir haben dann begonnen daran zu arbeiten, und haben bald gesehen, dass das nur mit einer sogenannten Mailbox zu realisieren ist. Die Bedeutung dieses Begriffes ist aber heute anders, damals bezog sich das auf einen Computer den man ans Netz gehängt hat, in den man sich einwählen konnte.

J.W.: So eine Mailbox habt ihr bei dir hier im Atelier installiert?

R.W.: Ja, hier im Vorzimmer war die Galerie. Das beschrieb auch eineinhalb Jahre später, zum ersten Mal öffentlichkeitswirksam Doris Krumpel. Wir haben 1992 erstmals Bilder ausgestellt, die sich aber außer uns niemand angeschaut hatte.

J.W.: Der Name Galerie Bois, bezieht sich das auf das französiche Wort Wald, also Galerie Waldl?

R.W.: Ja, das Problem war aber, dass wir sahen, wir müssen noch im Realraum ein paar Anläufe nehmen, sonst bemerkt uns niemand. Wir mußten dann, wie bei herkömmlichen Galerien Einladungen drucken und verschicken, damit jemand auf die Idee kommt da rein zu schauen. Wir hatten eine Ausstellung mit Sabine Bitter gemacht, die erste Fotografin, welche die Fotografie digitalisiert hat und digital verändert hat. Doch trotz Einladungen haben sich ganze 5 Leute eingewählt, die Künstlerin und wir miteingeschlossen.

J.W.: Das Problem war, daß wir kein Modem hatten, damals

R.W.: Die zweite Ausstellung war dann mit Sodomka/Breindl, die haben aber schon wirklich mit dem Medium umgehen können, sie haben glaube ich 3 Bilder, 3 Töne, 3 Texte zur Verfügung gestellt, die konnte man runterladen und verändert wieder raufladen. Da haben sich dann vielleicht schon 20 Leute damit gespielt, diese Ausstellung hat sich dauernd verändert.

J.W.: Das war noch 1993?

R.W.: Ja. Dann habe ich zum Reinhold gesagt, das ist ja alles sehr schwierig, aber einmal probieren wir es noch und dann habe ich eine Ausstellung "Computing Photography" gemacht. Ich habe eingeladen Sigrid Kurz, Ilse Haider, Thomas Freiler und wir hatten einen Sponsorvertrag mit Compaq, wir haben den Künstlern einen Computer zur Verfügung gestellt, wir haben ihnen einen Computerkurs bezahlt und nach einigen Monaten die Resultate in der Galerie Bois ausgestellt. Und dann passierte es: Sowenig vorher von uns wahrgenommen wurde, so sehr haben sich 1994 dann die Medien für unsere Arbeit interessiert. Das war noch in der Mailbox-Galerie, die nicht im Internet war, doch wir dachten, es wäre an der Zeit dies nun zu tun. Damals hat aber jeder Speicherplatz ein irres Geld gekostet. Und dann war auf einmal das World Wide Web da, und wir konnten uns die Domain und Speicherplatz nicht leisten.

J.W.: Hat es nicht damals die Public Netbase schon gegeben?

R.W.: Ja, die haben gearbeitet. Mit denen gemeinsam sind wir immer wieder zum Ministerium gepilgert. Wir haben aber erst Ende 1994 einen Sponsor gefunden, das war die Telecom, die ist aber später aufgekauft worden, die haben uns dann ins www aufgenommen.

J.W.: Dann hattet ihr eine Adresse, die ja auch längere Zeit am Fotonet abrufbar war.

R.W.: Dann hatten wir die Adresse www.bois.or.at

J.W.: Aber die Adresse gibt es jetzt nicht mehr. Am Fotonet war sie wohl nur verlinkt.

R.W.:Die Adresse gibt es nicht mehr. Ich hatte dann auch nicht mehr das Geld das weiter zu bezahlen.

J.W.: Und wer war der Webspace Provider?

R.W.: Die Telecom, die ist aber dann glaube ich von Nextra übernommen worden und die gibt es glaube ich heute auch nicht mehr.

 

Robert Waldl (jetzt Dr. Robert Waldl) www.waldl.com war und ist Fotokünstler, der sich nun seit 10 Jahren der Psychologie widmet und als Coach und Psychotherapeut arbeitet. Seine (neuen) Fotoarbeiten entstehen neben Hauptberuf und Familie, demnächst hat er wieder eine Ausstellung in der Liget Galerie in Budapest, die ihn genauso wiedergefunden hat wie ich - über Google...


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